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Über die Ursprünge des Flamencos gibt es viele Spekulationen, wie er aber wirklich entstand, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass neben der Volksmusik und den Tänzen Andalusiens auch die Zigeuner aus Indien kommend zu seiner Entwicklung beitrugen. Flamenco ist nicht, wie viele glauben, eine reine Zigeuner-Kultur, ihr Einfluss ist aber sehr stark. So spricht man auch vom Flamenco gitano oder "Zigeunerstil". |
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Das weit verbreitete Bild des immerzu lauten und reißerischen Flamencos hält sich hartnäckig - die wesentliche Seite dieser Musikform jedoch ist hingegen still, in sich gekehrt, und mit klassischer Musik zu vergleichen. Flamenco ist charakterisiert durch die Elemente Gesang (Cante), Tanz (Baile) und Gitarre (Toque). Durch deren Zusammenspiel entstehen die Palos ("Stile") - jeder mit einem eigenen Compás (Takt/Rhythmus).
Es gibt Elemente, wie Llamada (Ankündigung), Remate (Abschluss) oder Escobilla (langer Fußteil). Der Tanz richtet sich nach dem Gesang, die Gitarre begleitet. Weitere Instrumente können Cajón (Holz"kiste"), Conga & Tabla, Flöte und Geige sein. Castañuelas (Kastagnetten, auch Palillos genannt) sind Instrumente, die von den Tänzern während des Tanzes gespielt werden. Die Palmeros sind mit ihren komplexen Klatschtechniken wichtige Takt- und Rhythmus-geber und gehören zur Standardbesetzung. Authentischen Flamenco erlebt man auf renommierten Festivals, in Peñas oder Tablaos.
Den Tanz betrachtet, ist Flamenco eine gebundene Improvisation; es gibt feste Grundstrukturen, innerhalb derer man improvisieren und dem eigenen Stil Ausdruck verleihen kann. Gute Tänzer sind ausgesprochene Hochleistungssportler! |
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Was den Betrachter so fasziniert, nämlich die typische Haltung und Körperführung eines Flamencotänzers, erfordert ein Höchstmaß an Fitness, Körperbeherrschung und Übung. Die fließenden Handbewegungen (Floreos) bedürfen einer präzisen Technik; man darf beim Hin-und-Her-Drehen der Handgelenke nicht den Ellbogen mitdrehen, egal in welcher Position der Arm sich befindet und bewegt - das kostet Kraft! Auch saubere Armbewegungen (Braceos) brauchen eine ausgeprägte Muskulatur, denn die Schulterblätter müssen stets nach unten gestrafft sein, der Rücken durchgedrückt, der Brustkorb weit geöffnet, ohne in ein Hohlkreuz zu verfallen. Die Pomuskulatur arbeitet mit, wobei die Pobacken aber nicht zusammengepresst werden dürfen. Mit den Beinen müssen unter den Röcken richtiggehende Kunststücke vollbracht werden, damit sich oben an Hüfte und Rock etwas tut. Je "leichter" es aussieht, desto besser die Technik des Tänzers. Doch nicht nur der Körper bringt Hochleistungen, auch der Kopf muss immer "dabei" sein...
Neben der körperlichen Fitness braucht ein Flamencotänzer auch ein feines Gespür für Stimmungen und die Fähigkeit, sich ganz in den Tanz mit einzubringen. Man sieht nicht nur deren Körper, sondern und auch die Mimik, ihr "Wesen" tanzen und der Zuschauer kann die Emotionen mitleben. Der oft ernste Gesichtsausdruck liegt an der in vielen Palos vorherrschenden Stimmung und an der Konzentration auf die komplexen Tanzelemente, wie Zapateados (perkussives "Treten"), Braceos und Floreos (Körper-/Handarbeit), Pitos (Fingerschnippen) und das Arbeiten mit Hilfsmitteln, wie Abanico (Fächer), Bastón (Stock), Mantón (Tuch) oder Bata de Cola (Schleppenrock) - die Schleppe wird fast ausschließlich durch Beinarbeit bewegt, in Schwung versetzt und herumgeworfen. Wahrlich erstaunliches leisten Beine und Füße beim prägnanten Zapateado (Fußtechniken): Was für den Laien zunächst nach "Stampfen" und "Treten" aussieht, ist präzise Fußarbeit und erfordert ein Höchstmaß an Balancekontrolle. Die Flamencoschuhe sind Instrumente, |
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werden dynamisch eingesetzt, denn es wird nicht einfach "getreten" - mal klingt der Zapateado kraftvoll und explosiv, mal fein perlend und filigran. Beine, Becken und Knie müssen bei Aufrechterhaltung der Rumpfspannung völlig locker sein, sonst ist keine saubere Technik möglich; es darf nicht auf und ab gehüpft oder geschaukelt werden. Zapateados bedürfen sehr viel Training, um die Techniken "in den Körper" und die Schlagmuster "in den Kopf" und damit "in die Füße" zu bekommen. Nicht zuletzt wird auch die Blickrichtung in die Körperarbeit mit einbezogen und ist wichtig für den gesamten Tanzablauf, sie darf nicht aufgesetzt und damit künstlich wirken. Zu all dem müssen Flamencotänzer natürlich bleiben, um mit ihrem Tanz, ihrer Persönlichkeit und ihrem eigenen Stil zu überzeugen. Und so ist Flamenco eine Aufgabe für das ganze Leben, denn er ist wie das Leben - der Lernprozess hört nie auf...
Doch auch bereits als Anfänger erlebt man mit den ersten Flamencostunden wahre Tanzwunder. Wir garantieren, Du wirst überrascht sein, was alles in Dir steckt... |
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