www.flamencotanz-unterricht.de

 Abanico

dt. Fächer | Der Fächer ist ein Accessoire (s. auch ACCESSOIRE) des Flamencotanzes, gerne eingesetzt z. B. in Guajiras). Für eine vollendete Fächertechnik ist eine sehr gute Floreotechnik erforderlich (s. auch FLOREOS).

 

 Accessoire

Mit den Flamenco-Accessoires sind keine Verzierungselemente, wie Haarkämme oder Schmuck gemeint. Es sind vielmehr Hilfsmittel, die im Tanz eingesetzt werden. Hierzu zählen u.a. Fächer (z. B. Guajíras), Hut (z. B. Garrotín) oder Tuch (z. B. Soleá).

 

 Aire

dt. Luft | Mit Aire bezeichnet man im Flamenco die Stimmung eines Stils. So ist der in den Alegrías vorherrschende Aire losgelöste Freude, in den Soleares majestätische Anmut und in den Guajiras verspielte Romantik. Spricht man davon, ein Gitarrist spiele mit Aire, so meint man, er spielt sehr gefühlvoll. Der Begriff  Aire Flamenco  bezeichnet die im Flamenco ganz allgemein einzigartige und tiefe Gefühlswelt.

 

 Alegría

ein Flamencostil (12er), Mehrzahl Alegrías

 

 Baile

dt. Tanz | Der Tanz gehört neben Gesang (Cante) und Gitarrenspiel (Toque) zu den drei wichtigsten Elementen. Alle Elemente folgen dem gleichen Takt-/Rhythmus-Gefüge innerhalb der Musikstruktur - Compás genannt. Diese sind unbedingt einzuhal-ten und in jedem Palo unterschiedlich. Kann ein Tänzer nicht im Compás bleiben, ist er nicht in der Lage, mit anderen Flamencos zu agieren. Ein erfahrener Gitarrist kann zwar Schwankungen auffangen, doch das ist keine Basis für guten Flamenco. Unter professionell arbeitenden Flamencos gilt es als Todsünde, fuera de compás - aus dem Takt zu sein. Leider wird heutzutage Tanzschülern oft beigebracht, sie hätten die alleinige Führung innerhalb eines Tanzstückes, el baile wäre das hoheitliche Element des Flamencos. In einem guten Ensemble jedoch ist der gegenseitige Respekt, gerade auf der Bühne, sehr wichtig. Ohne ihn sind auch Improvisationen nicht möglich. Gute Flamencokünstler erarbeiten Flamencotanzstücke, die nicht nur für den Tanz anspruchsvoll sind, sondern ebenso für die Musiker des Ensembles.

 

flamencotanz

 

 Bastón

dt. "Stock" | Der Bastón ist ein Accessoire des Flamencos (s. auch ACCESSOIRE). Wird zur rhythmischen Begleitung des Tanzes verwendet, aber auch von Lehrern, um den Compás vorzugeben.

 

 Bata de Cola

dt. Bata/Kittel, Cola/Schwanz | Die Bata ist ein Schleppenrock (Bata de cola = Kleid mit Schleppe), der über 2m lang sein kann. Damit elegant umzugehen, bedarf es einer einwandfreien Haltung. Anfänger können "erste Schritte" mit der Bata gehen, indem sie sehr einfache Elemente lernen, die noch keine ausgeprägte Haltung/Technikarbeit erfordern. Die Beine haben hier neue Techniken zu lernen, die man mit anderen Röcken nicht braucht. Damit die Schleppe tut, was man von ihr will, muss man in Kraft-, Technik- und Balancearbeit sehr geübt sein. Haltung zu bewahren ist nicht reine Optik, sondern auch wichtig, um sich nicht zu verletzen (z.B. stolpern). Der Rock wird fast ausschließlich durch Beinarbeit herumgeworfen! Für Fußteile kann der vordere Rockteil angehoben werden; auch kann die gesamte Schleppe mittels Beintechnik in die Luft befördert werden, man fängt sie mit einer Hand und hält sie dann während des Zapateados. Bata-Techniken für erfahrene Tänzer sind eine der Königsdisziplinen des Flamencos.

 

 

 Braceos

wörtlich "Armereien", abgeleitet von Brazo (Arm) | Armtechniken. Nicht nur das typische "Armkreisen" gehört zu den Braceos - man zählt vielmehr alle Bewe-gungen der Arme dazu. Sie können auch gleichzeitig mit den Zapateados (s. ZAPATEADOS) ausgeführt werden.

 

 Bulería

ein Flamencostil (12er), Mehrzahl: Bulerías

 

 Cajón

dt. Kiste | Das Cajón wurde erst in den 1970er Jahren in den Flamenco mit eingebracht - heute ist es kaum wegzudenken. Cajónes werden aus Holz gefertigt und sehen auf den ersten Blick wie einfache Kisten aus. In der hinteren Wand befindet sich ein Schalloch, an der Vorderseite sind im Innern ein "Teppich" (wie bei einem Schlagzeug) und bei machen auch Glöckchen eingespannt. Man sitzt darauf und schlägt mit Händen, Fingern, der Faust auf der Vorderseite. Oben entsteht ein schnarrender, hoher Ton, weiter unten der Bass. Einfach "draufhauen" geht natürlich nicht; man muss auch als Cajonero wissen, welcher Palo in welchem Compás steht, wo die charkteristischen Besonderheiten sitzen und wann Raum zur Improvi-sation gegeben ist.

 

cajon spielen

 

 Cambio

dt. Wechsel | Lehrer verwenden Cambio als Ankündigung, die Figur/den Schritt etc. zu wechseln. Cambio steht auch für den "Wendepunkt" in den 12er-Grund-schritten (s. auch PASEOS) oder einen musikalischen Wechsel innerhalb eines Stückes (z.B. in einer Alegria der Wechsel in das Silencio).

 

 Caña

dt. Rohr | Ein aus Bambusrohr gefertigter Stock zur rhythmischen Begleitung von Tanz und Gesang. Auch gibt es einen Palo namens Caña.

 

 Cante

von Canto: Gesang | Ein Flamencostück muss nicht zwangsläufig auch Gesang beinhalten. Für Nicht-Eingeweihte ist der flamencotypische Cante oft anstren-gend oder unangenehm, da sie ihn und die Geheimnisse des Flamencos nicht verstehen. Was für sie nach "Geschrei" oder "Gejammer" klingt, verlangt vom Sänger präzise Technik, viel Erfahrung, Kraft und die Fähigkeit, Emotionen damit auszudrücken. Der Cante soll nicht gefallen, sondern als eine Darstellung der Stimmung eines Stückes und des Interpreten zu verstehen sein. In der Entstehungsgeschichte des Flamencos kam der Cante zuerst, es gab derzeit noch keine instrumen-tale Begleitung oder Tanz.

 

 Castañuela

dt. Kastagnette | Kastagnetten werden häufig in den folkloristischen Tanzstilen, wie Sevillanas oder Fandangos eingesetzt. Doch auch Palos, wie Soleares können von ihnen bereichert werden, was man allerdings eher selten dargeboten sieht. Das liegt zum einen an der komplexen Spieltechnik, die nur schwer auch mit den komplexen Tanzelementen z.B. einer Soleá zu kombinieren ist. Zum anderen zählen viele "Puristen" die K. nicht zum Flamenco - darüber mag sich jeder seine Meinung bilden. Ich halte dieses Instrument, wie auch einige andere, die mitunter erst spät zum Flamenco hinzukamen, für eine wundervolle Bereicherung. K. bestehen jeweils aus zwei muschelförmigen Schalen, die mit einer Kordel verbunden sind. Man befestigt sie am Daumen und spielt mit den Fingern, die wie kleine Hämmerchen daraufschlagen. Das K.-Paar bildet eine weibliche (re, höher) und eine männliche (li, tiefer). Teile der K. sind: Herz, Muschel, Ohren, Brücke, Spitze und Lippe. K. können aus Holz, Fiberglas oder Tela sein. Material, Größe und Machart der K. beeinflussen den Klang. Holzkastagnetten entwickeln ihren Klang durch das Spielen.

 

kastagnetten spielen

 

 Chufla

es gibt keine sinnvolle span. Übersetzung, aber eine interessante Verbindung nach Ungarn (dort gab/gibt es auch Zigeuner): das Wort csúsnzi dort heißt "rutschen" (`tschússni´ausgesprochen) | Chufla heißt im Flamenco, ein Fuß schlägt einen Golpe und der andere Fuß "rutscht" gleichzeitig weg (zur Seite oder nach vorne). Die Chufla-Technik kann auch von einem Fuß ausgeführt werden.

 

 Cierre

dt. Verschluss, Abschluss | Ein Cierre st ist ein kurzer, betonter Zapateado und als Abschluss zu verstehen. Er beendet einen Abschnitt des Tanzes. Grund-sätzlich kann der Begriff auch für den Abschluss eines Abschnitts eingesetzt werden, wie z.B. bei den Sevillanas - dort endet jede Copla mit einem Cierre.

 

 Colombiana

ein Flamencostil (4er), Mehrzahl: Colombianas

 

 Compás

dt. Takt, Rhythmus | Das wichtigste für jeden Flamencokünstler ist der Compás. Die meisten Stile stehen im 12er-Takt, andere im 4er- (z.B. Rumbas, Tangos, Farrucas, Garrotín) oder 6er-Takt (z.B. Sevillanas). Nicht a compás zu sein, gilt als Fauxpas.

  

 Copla

sinngem. "Strophe" | z.B. Sevillanas: Sie sind traditionell in 4 Coplas aufgeteilt.

  

 Desplante

Rhythmischer Einschub mit einem Zapateado - also einem Fußteil - (s. auch ZAPATEADOS) zum Abschluss oder zur Einleitung einer Verszeile, einer Letra, eines Höhepunkts, einer Serie von Schritten oder eine Abschnitts. Länger als eine Llamada - bei den 12ern 24 Zählzeiten, bei den 4ern i.d.R. 2 x 8 Zählzeiten.

 

 Escobilla

von la escoba: Besen | Umfangreicher Fußteil. Möglicherweise wurde der Begriff vom Wort Besen abgeleitet, weil die Anfangskombinationen der Escobilla meist von rechts nach links und umgekehrt - wie ein kehrender Besen - gesetzt werden. Die Taktstruktur in der Escobilla ist gekennzeichnet durch einen Turn-around - man kehrt stets an einen "taktischen" Anfangspunkt zurück.

 

 Fächer

(s. auch ABANICO) | Ein schönes und sehr beliebtes Accessoire des Flamencos (s. auch ACCESSOIRE) ist der Fächer (Abanico). Er hat eine Spannweite von 60 cm. Normale Taschenfächer sind kleiner und werden von manchen Tänzern lieber für den Tanz eingesetzt, das ist reine Geschmackssache. Während des Tanzes wird der Fächer geöffnet, geschlossen, gedreht, gefächelt oder auf Körperteile geklopft. Hat man keine saubere Arm-/Handtechnik, kann es zu Kratzern an Stirn oder Arm kommen. Er muss locker gehalten werden; ist der Griff allerdings ZU locker, kann der Fächer aus der Hand geschleudert werden. Das Öffnen und Schließen erfolgt oft in rasantem Tempo, begleitet von einem effektvollen Geräusch. Bereits im Anfängerstadium können schöne, effektvolle Elemente in Tänze eingebaut werden.

 

flamenco fächer tanz

 

 Falseta

Falsetas sind kleine Melodien des Gitarristen, denen während des Spiels die volle Aufmerksamkeit und der Respekt der anderen Künstler im Ensemble gebühren. Tänzer verwenden Fußteile während einer Falseta sparsam, Palmeros klatschen zurückhaltender und Cantadores singen nicht. Der Gitarrist bekommt mit den Falsetas die Möglichkeit, sein Können in den Mittelpunkt zu stellen.

  

 Fandango

ein Flamencostil (12er/6er), Mehrzahl: Fandangos

  

 Farruca

ein Flamencostil (4er, galizischen Ursprungs), Mehrzahl: Farrucas

   

 Floreos

wörtl. "Blumereien", übertragen: Verzierungen | Floreos sind die grazilen Hand- und Fingerbewegungen der Tänzer. Frauen ausgedehnt und mit viel Fingerarbeit, Männer weniger Fingereinsatz (oft geschlossene Finger, nur leicht gefächert). Die Drehung des Handgelenks bei Frauen meist im vollen Radius, bei Männern oft 1/2 oder 1/4. Es wird nach innen und/oder nach außen gedreht. Der Ellbogen muss ruhig bleiben! Gerade am Anfang ist auf exaktes Training zu achten, sonst wird sich keine schöne Floreo-Braceo-Technik entwickeln. Nur mit perfekter Floreotechnik kann man später auch gut mit dem Fächer umgehen. Gerade die Floreos sind zusammen mit den Braceos Elemente, die dem Tanz ein Höchstmaß an Grazie verleihen können - wenn die Technik gut ist.

 

 

 Garrotín

ein Flamencostil (4er) | Häufig mit Sombrero (Hut) getanzt, Mehrzahl: Garrotines

 

 Gitano/a

dt.: Zigeuner

 

 Golpe

dt. Schlag/Hieb | Tanz: Schlag mit der ganzen Fußsohle. Manche Lehrer benennen die ganze Fußsohle mit Planta, den Ballen mit media planta. Die korrekten (unmissverständlichen) Bezeichnungen der Schläge sind: Golpe (ganze Fußsohle), Planta (Ballen), Tacón (Absatz), Punta (Fußspitze) etc. Gitarre: Schlag mit dem Fingernagel auf den Schlagschutz (golpeador) der Gitarrendecke zur rhytmischen Akzentuierung.

 

 Gracia

dt. Grazie | Mit Gracia wird die "emotionale Qualität" des Tanzes bemessen. Tänzer ohne Gracia können ein Publikum zwar durch gute Techniken beeindrucken, doch fesseln kann nur, wer Gefühl und Persönlichkeit Preis gibt.  Flamenco-Aficionados ("Liebhaber", "Kenner") schauen sehr auf die Mimik der Tänzer, denn dort tanzt das eigentliche Wesen des Menschen. Spiele die Emotion nicht, tue nicht so, als würdest Du etwas empfinden, sondern fühle echt - sonst ist es Schauspiel, gekünstelt und aufgesetzt und das erkennt jeder Laie. Kopiere nicht Deinen Lehrer oder andere Tänzer, sondern tanze Dein spontan Empfundenes. Man darf ruhig sehen, dass Du Spaß hast oder dass die Musik Dich gerade traurig macht, so lange es echt ist.

 

 

 Granaina

ein Flamencostil, Mehrzahl: Granainas

 

 Guajira

ein Flamencostil (12er) | Häufig mit Abanico (Fächer) getanzt, Mehrzahl: Guajiras

 

 Jaleo

dt. Rummel | Zwischenrufe durch Musiker, Tänzer und Publikum. Dies geschieht aus Begeisterung, zur Unterstütung, Motivation und Anfeuerung des Interpreten. Jaleos müssen stets spontan sein, also dem momentan Empfundenen entsprechen. So etwas einzustudieren, würde steril und lächerlich klingen. Z. B. muy bien (sehr gut); anda (auf, komm); haca ("großartig"), olé (bravo), me gusta (das gefällt mir), aire (wörtlich: Luft, siehe auch AIRE), mas rapido (schneller), eso es (das ist es!), toma que toma ("nimm es"), así se baila (so tanzt man), vamos allá (dorthin gehen wir).

 

 Juerga

dt. lautes Vergnügen | spontane Flamenco-"Session"

 

 Látigo

dt. Peitsche | Zapateado-Technik, bei der die Fußspitze über den Boden geschlagen wird (meist vor und zurück), wie ein Peitschenhieb. Dabei entstehen zwei Töne durch das Hin und Her. Man hört nur die Nägel unter der Schuhspitze, man darf nicht die Ballensohle einsetzen. Der Látigo kann langsam ausführt werden, meist wird er jedoch sehr schnell eingesetzt, oft in Kombination mit gesprungener Planta und Tacón de Apoyo des anderen Fußes (nur etwas für fortgeschrittenere Schüler - Verletzungsgefahr!). Das Körpergewicht darf zu keiner Zeit gegengelagert werden - wenn der Fuß vorgeht, darf man sich mit dem Rücken nicht nach hinten lehnen! Nicht zuletzt ist der Látigo auch ein optisch sehr attraktives Zapateado-Element.

 

 

 Letra

dt. Buchstabe, übertragen: Text, hier auf den Liedtext bezogen

 

 Llamada

dt. Ruf | Kurzer, betonter Zapateado als "Ankündigung". Sie leitet eine Letra ein oder schließt sie ab.  Wenn der Sänger seinen Eingesang oder seine Strophe beendet hat, kann der Tänzer eine Llamada setzen und dadurch ein Zeichen geben (z. B. dass er bereit ist, eine zweite Strophe zu interpretieren oder dass er einen Soloteil tanzen möchte). Zum Abschluss seines Soloteils setzt der Tänzer eine zweite Llamada, welche dann als Remate ("Abschluss") bezeichnet wird. So macht er den Weg für einen neuen Abschnitt des gemeinsamen Zusammenspiels frei. Llamadas kommen aber auch in Stücken ohne Gesang vor; an die Stelle des Gesangs tritt dann die Gitarre. Die Llamada-Regeln sind die gleichen. Siehe dazu auch DESPLANTE.

 

 Malagueña

ein Flamencostil, Mehrzahl: Malagueñas

 

 Mantón

dt. Decke/Tuch | Accessoire des Flamencos (s. auch ACCESSOIRE). Drei- oder viereckig, lange Fransen (Flecos), meist aufwändig bestickt. Die viereckige Mantones aus Seide werden doppelt zu einem Dreieck gelegt, dadurch hat man die nötige Schwere und die Fransen erreichen eine große Dichte. Für Anfänger gibt es Tücher, die dreieckig sind, das ist leichter zu handhaben, da nicht die Gefahr besteht, dass der zu einem Dreieck gefaltete viereckige Mantón sich auffaltet. Der Anschaffungspreis für einen Profi-Mantón liegt bei 600-2000 €; Anfänger-Tücher gibt es schon ab 60 €. Die ersten bestickten Tücher kamen aus China, in Andalusien wurden die Motive durch Blumenstickereien ersetzt. Mantones werden als eindrucksvolles Hilfsmittel eingesetzt oder als Teil des Kostüms um Körper, Hüften oder Schultern gebunden. Die Arbeit mit dem Mantón ist knifflig und braucht Übung, doch bereits Anfänger können mit einfachen Techniken ihre Tänze bereichern. Mantónes werden von den Frauen in Spanien auch zu festlichen Anlässen privat getragen und oft über Generationen vererbt.

 

 

 Marcaje

dt. Markierung | Die Marcaje ist ein wichtiger Grundschritt, der als "Markieren" spezieller Passagen verwendet wird. Die Marcaje ist auch ein ideales Grund-element der Improvisation. Sie lässt sich in allen Taktarten anwenden, dazu muss das "Timing" des Schrittes auf die entsprechende Taktart angepasst werden. Siehe zu diesem Thema auch PASEO.

 

 Martinete

ein Flamencostil (Gesang begleitet von Amboss-Schlägen), Mehrzahl: Martinetes

 

 Minera

ein Flamencostil, Mehrzahl: Mineras

 

 Palmas

übertragen: Klatschen | Wichtiges Element im Flamenco sind Palmas, das rhythmische und typische Klatschen. In einem Standard-Ensemble gibt es zwei oder mehr Palmeros, die diese Aufgabe übernehmen. Bei den Zapateados (Fußteile) sind sie wichtige Taktgeber für die Tänzer; Flamencotanz ohne Palmeros ist als besondere Schwierigkeit anzusehen, vor allem, wenn auch kein Cajonero beteiligt ist. Es gibt zwei Formen von Palmas: Sordas - die Hände nur mit den Handflächen aufeinander-geschlagen (siehe Foto; Klang sanft, dumpf; setzt man ein, wenn man dezent begleiten will). Claras: Zeige-, Mittel- und Ringfinger schlagen in die andere, flache Hand (Klang hell, klar, perlend; kleiner Finger evtl. abspreizen). Locker bleiben und nicht mit Kraft klatschen! Palmas müssen nicht nur rhythmisch korrekt und im Takt gesetzt, sondern auch dynamisch, also mit Gefühl für die Stimmung des Stückes (s. auch AIRE) angewendet werden und stets mit Respekt gegenüber dem Ensemble.

 

 

 Palo

dt. Stange/Pfahl | Überbegriff für die Grundformen des Flamencos. Diese sind die Basis für alle daraus entstandenen Unterarten und deren Variationen. Die Palos unterscheiden sich u. a. durch Metrik, Taktart und Grundrhythmus. Das Wort Palo wird auch benutzt, wenn man von einem Stil im allgemeinen spricht und nicht unbedingt auch eine der Grundformen meint: "Welchen Palo hattet Ihr im letzten Workshop?" - "Wir haben an einer Seguiriya gearbeitet."

 

 Paseíllo

dt. paseo=Spaziergang, hier eine Verniedlichung | Ein Einlaufen oder eine Schrittfolge, ähnlich einem Schlendern, im Takt der Musik.

 

 Paseo

dt. Spaziergang| Wichtiges Grundschritt-Element mit zahlreichen Variationen. Paseos lassen sich im Gegensatz zur Marcaje, auch ein Grundschritt-Elemente (s. MARCAJE) nur auf 12er- oder vereinzelte 6er-Takte anwenden.

 

 Payo

dt. "Nicht-Zigeuner" | Von Zigeunern wird dieses Wort als Schimpfwort benutzt.

 

 Pellizcos

von "pellizcar": zwicken, kneifen | Pellizcos sind kleine, spontane Gesten, Mimikspiel oder winzige Bewegungen, oft begleitet von einem Schulterzucken oder einer zackigen Kopfbewegung. Pellizcos sind schwer zu erklären, man kann sie nicht wirklich lernen, denn sie entspringen der Persönlichkeit des Tänzers und der Gunst des Moments. Sind sie nicht spontan und kommen sie nicht von einem selbst, wirken sie künstlich.

 

 Petenera

ein Flamencostil, Mehrzahl: Peteneras

 

 Pitos

dt. Pfeifen, übertragen: Fingerschnippen | Die Tänzer schnippen während des Tanzes auch mit den Fingern (im Takt). Oft wird das Schnippen mit der Handhaltung auch nur angedeutet, aber nicht hörbar ausgeführt.

 

 Planta

dt. Fußballen | Schlag mit dem Fußballen. Manche benutzen den Begriff Planta auch als Bezeichnung für die ganze Fußsohle (eigentlich Golpe) und benennen den Ballen dann mit media planta. Die korrekten Bezeichnungen der Schläge sind: Golpe (ganze Fußsohle), Planta (Ballen), Tacón (Absatz), Punta (Fußspitze) etc. Die Planta-Technik ist eine der schwierigsten Schläge. Man darf auf keinen Fall auf dem Grundgelenk des großen Zehs aufsetzen, sondern voll auf dem ganzen Fußballen, sonst verletzt man sich schnell und nachhaltig am Grundgelenk (langwierig und schmerzhaft). Außerdem erhält man so auch keinen trockenen Ton (seco). Der Fuß muss für eine saubere Planta von oben/leicht hinten kommen können, die Zehen müssen entspannt und locker sein, Beinmuskulatur stabilisert.

 

flamencoschuhe zapateados

 

 Peineta

dt. Haarkamm | Die Frisuren der Tänzerinnen sind oft mit verzierten Haarkämmen geschmückt.

 

 Pose Inicio

dt. Anfangspose

 

 Postura

dt. Haltung | Jede Flamenco-Bewegung und -Pose lebt von der typischen Postura, der Flamenco-Körperhaltung. Wir brauchen eine ständige Grundspannung (nicht An-Spannung), die es ermöglicht, Bewegungen und Haltungen auch nach Flamenco aussehen zu lassen. Wer keine Spannung hat, wirkt im Flamenco unsicher und unbeholfen. Es gehört volle Konzentration dazu, diese Spannung während des Tanzens beizubehalten. Alleine der Zapateado ist ohne korrekte Körperhaltung nur bloßes Stampfen - ohne Spannung keine Dynamik, kein Tempo, kein sauberer Ton. Um die Geheimnisse der Postura Flamenca zu verstehen und zu lernen, bedarf es eines erfahrenen Lehrers, der Dir alle Details erklären kann. Schüler verlieren oft während des Trainings von Schritten, Drehungen und Zapateados diese Grundspannung vor lauter Konzentration auf die Bewegungen. Doch das ist gerade der Punkt - ohne Grundspannung kann man keine Technik korrekt ausführen. Also das Wichtigste: Immer in der Grundspannung bleiben, was auch passiert.

 

 

 Rasgueado

von rasgar: schrammeln, reißen | Gitarrentechnik, bei der die Finger wie ein Fächer über die Seiten gleiten und so einen fortlaufenden, rasselnden Ton erzeu-gen. Es gibt verschiedene Variationen des Rasgueados.

 

 Redoble

von redoblar: trommeln | Redobles werden in Llamadas und Cierres eingesetzt. Es gibt festgelegte Redobles, wie z. B. den Standard mit 4 Golpes: rechts-links-links-rechts. Später kommen weitere Redobles hinzu, z.B. Tacón de Apoyo (Standbeinhacken) rechts - Golpe links - Golpe links - Golpe rechts. Die Redobles müssen "sitzen", denn man braucht sie im Tanz schnell und kurzfristig.

  

 Remate

dt. Vollendung | Abschluss. Der Remate ist entweder ein musikalischer Abschluss, welcher vom Gitarrist gesetzt wird, um einen Abschnitt (Strophe, Falseta, Silencio, Zapadeado) zu schließen oder eine musikalische Pause mitten in einer Strophe, in der der Tänzer einen kurzen Zapateado tanzt.

 

 Rumba

ein Flamencostil (4er), Mehrzahl: Rumbas

 

 Seguiriya

ein Flamencostil (12er, oft auch Siguiriyas geschrieben), Mehrzahl: Seguiriyas

 

 Sevillana

ein Folklorestil (Paartanz), der heute auch zum Flamenco gezählt wird (6er), Mehrzahl: Sevillanas. Sie ist ein sehr beliebter, beschwingter Tanz, den man auch alleine oder zu mehreren in der Runde (Rueda), mit Fächer oder auch mit dem Tuch tanzen kann. Es tanzen Frau/Mann oder Frau/Frau miteinander. Nach spanischem Standard lernt jeder Flamencotänzer auch die Sevillanas. Auf andalusischen Festen ist sie nicht wegzudenken!

 

 Silencio

dt. Schweigen/Stille | Sehr ruhiger und besonderer Falseta-Teil (vor allem in den Cantiñas und deren Unterarten, wie z.B. Alegrías), in dem der Gitarrist ohne rhythmische Begleitung und Gesang spielt. Silencios haben einen melancholischen Charakter. Die Tänzer respektieren die ruhige Gitarrenmelodie mit weichen Bewegungen, evtl. einzelne Palmas sordas oder zart eingesetzte Fußschläge. Nach dem Silencio geht man in die Marcaje (markierender Tanzteil) oder in eine Escobilla (langer Fußteil) über. Das Silencio ist ein besonders eleganter Tanzteil.

 

 Soleá

ein Flamencostil (12er), Mehrzahl: Soleares

 

 Sombrero

dt. Hut | Der Sombrero ist ein Accessoire des Flamencos (s. auch ACCESSOIRE), z. B. für Garrotín, Farruca oder Guajira. Er muss genau passen, damit er bei den Tanzbewegungen nicht verrutscht oder herunterfällt. Er wird während des Tanzes auch vom Kopf genommen und wieder aufgesetzt. Ein sehr beliebtes Hilfsmittel, das sich effektvoll einsetzen lässt. Die Hutkrempe ist gerade, also nicht nach oben geschwungen. Der Mittelteil ist ganz gerade geschnitten und nicht nach innen gewölbt. Der Schnitt entspricht einem Caballero-Hut, dem Hut eines spanischen Reiters. Den Sombrero setzen Flamencotanzschulen gerne als erstes Hilfsmittel ein, meist wird dazu ein Garrotín (ein Stil im 4/4-Takt) einstudiert. Am häufigsten werden schwarze oder rote Sombreros zu Kleidern (oft eng um die Hüfte und unten weit schwingende Volantes) oder auch Hosen getragen. Bei Tanzschülern ist der Sombrero sehr beliebt, er bringt erfrischende Abwechslung, da er auch humoresk und verspielt eingesetzt wird.

 

flamenco hut sombrero

 

 Spannung

Siehe auch POSTURA. Die Spannung des gesamten Körpers spielt eine bedeutende Rolle in den Bewegungsformen des Flamencos. Ob der Tanz nach Flamenco aussieht oder nicht, hängt davon und von der Isolation der einzelnen Körperregionen ab. Den meisten Schülern bereitet es enorme Schwierigkeiten, die Gliedmaßen vom Rumpf zu isolieren, ohne die Spannung zu verlieren. Die Bewegungen sollen fließend, schön, ja "leicht" aussehen, doch damit dies so ist, muss der Körper harte Arbeit leisten. Grundregel: Ist es nicht anstrengend, ist es falsch. Wer spannungslos und wie ein "Zappelphilip" tanzt, gleicht einer Energie-sparbirne, die auf Sparmodus vor sich hin glimmt. Spare nicht mit Deiner Kraft, Deiner Körperbeherrschung, Spannung, Konzen-tration und Emotion. Zentriere alles zu einem Energiestrom, der Deinen Körper durchfließt und steuert. Wenn Du Dich mit dem ganzen Körper intensiv hineingibst, wirst Du in der Lage sein, Flamenco elegant und kraftvoll zu tanzen.

 

 

 Tacón

dt. Absatz | Schlag mit dem Absatz (aufgesetzt oder nur "getupft"). Die Bezeichnung der Schläge sind: Golpe (ganze Fußsohle), Planta (Ballen), Tacón (Absatz), Punta (Fußspitze) etc.

 

 Taconeo

von tacón: Absatz | Fußtechnik, bei der sehr schnell nur mit den Tacones de Apoyo (Standbeinhacken) geschlagen wird. Dabei sieht man die Tänzer über die Bühne "schweben", denn die Absätze heben sich aufgrund des Tempos kaum merklich, während der Tänzer wie auf Schienen über den Boden zu "fahren" scheint.

 

 Tango

ein Flamencostil (4er), Mehrzahl: Tangos

 

 Taranta

ein Flamencostil, Mehrzahl: Tarantas

 

 Taranto

ein Flamencostil (4er), Mehrzahl: Tarantos

 

 Tiento

ein Flamencostil (4er), Mehrzahl: Tientos

 

 Toque

dt. Berührung | Gitarrenspiel.

 

 Vuelta

dt. Drehung | Die Vueltas der Tänzer sind ein Kapitel für sich. Es gibt zahlreiche Variationen, es gibt auch spezielle Männer- und Frauen-Vueltas. Das Wichtigste und Schwierigste: das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Die richtige Armtechnik ist essentiell für die Ausführung einer Drehung (Balance).

 

 Zapato

dt. Schuh | Flamencoschuhe sind aus Leder, Spitze und Absatz mit Nägeln beschlagen, im Ballenbereich gepolstert, der Zehenbereich mit einer Kappe verstärkt. Es gibt Anfänger-, Semi-Profi- und Profi-Schuhe. Letztere sind sehr hart, stabil und aus erstklassigem Material - bei Profitänzern müssen Schuhe viel aushalten und den Fuß auch bei 30-60 Std. Tanz/Woche und den besonderen Anforderungen auf der Bühne schützen können. Das vermag kein Anfänger- oder Semi-Profi-Schuh. Profimodelle gibt´s ab € 170,-, vernünftige Anfängermodelle sind unter € 80,- selten. Sie müssen bei Anprobe fest sitzen, das Riemchen eng schließen, Fersen und Zehen werden vom Schuh gut umschlossen, aber nichts darf gequetscht werden. Wichtig für die erste Anprobe: Tanzschuhe sitzen nie so bequem, wie "privates" Schuhwerk, denn sie erfüllen in erster Linie keinen optischen, sondern einen praktischen Zweck - sie sind Arbeitswerkzeug, das funktionieren muss! Sohle abklopfen und prüfen, ob der Schuh einen satten Ton erzeugt.

 

 

 Zapateados

übertragen: Fußtechniken | Flamenco tanzt man mit an Absatz und Spitze genagelten Flamencoschuhen - es sind keine Metallplatten, wie bei Steppschuhen! Damit schlägt man rhythmisch in den Boden und macht so die Zapateados (Fußteile) die ein wichtiger Bestandteil der Tanzarbeit sind. Zusammengefasst lässt sich sagen: Kurze Fußteile werden als Zapateados oder Taconeos bezeichnet, längere als Escobilla. Mit dem Zapateado präsentiert sich der Tänzer und steht während dessen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ein Zapateado kann eine Letra einleiten oder abschließen. Er bildet das musikalische/rhytmische Finale. Um Zapateados zu beherrschen, bedarf es viel Trainings und sauberer Technik, doch auch im Anfängerbereich kann man sehr schöne und eindrucksvolle Ergebnisse mit einfachen Mustern erzielen. Die verwendeten Schläge sind: Golpe (ganze Fußsohle), Planta (Ballen), Tacón de Apoyo (Absatz des Standbeins), Tacón (Absatz getupft), Punta (Fußspitze), Látigo (vor und zurück der Fußspitze).

 

     
 

Empfehlenswertes Begleitmaterial zum Unterricht: Taschenbuch "Flamenco" von Kersten Knipp